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Saarbrücker Zeitung, 19.07.2017

 SB
 


 

Bürgerforum: Autos sollen raus aus der Stadt

 
Saarbrücken. Parken ist zu teuer. Saarbrücken ist eine autofeindliche Stadt. Alles Quatsch, findet das Saarbrücker Bürgerforum. Von Martin Rolshausen

Für Ulrike Donié ist es ein Traum, für viele andere Saarländer ein Albtraum: „Die Saarbrücker City autofrei.“ Ulrike Donié ist Vorsitzende des Saarbrücker Bürgerforums. Einer Gruppe, die vor vier Jahrzehnten das Altstadtfest „erfunden“ hat und sich immer wieder einmischt, wenn es um die Entwicklung der Landeshauptstadt geht. Und in diesen Tagen sei es besonders wichtig sich einzumischen, sagen Ulrike Donié und ihr Vorstandskollegen Klaus Fuhs. Denn es laufe etwas ziemlich schief.



Stadtverwaltung und Stadtrat haben zwar einen so genannten Verkehrsentwicklungsplan beschlossen, aber der kratze allenfalls an der Oberfläche des Problems, findet das Bürgerforum. Man habe selbst an der Erstellung dieses Plans mitgearbeitet, sagt Donié, aber das, was am Ende rauskam und vom Stadtrat abgesegnet wurde, schaffe „lediglich kleine Inseln“ im Meer der Verkehrs­probleme.

Wobei es aus Sicht des Bürgerforums vor allem drei Probleme gibt, die die Lebensqualität der Saarbrückerinnen und Saarbrücker einschränken: Es gibt zu viele Autos, und diese Autos dürfen zu schnell fahren. Problem Nummer drei: Die Stadt und vor allem das Land verweisen auf den Plan mit dem Stadtautobahntunnel, um die Probleme Nummer eins und zwei nicht ernsthaft angehen zu müssen.

Im Frühjahr haben Vertreter des Bürgerforums auf einer von ihnen organisierten Veranstaltung gefordert, dass Stadt und Land sich dringend um Lärmschutz kümmern müssen. Dazu brauche es Lärmschutzwäde und vor allem eine Tempo-60-Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Stadtautobahn, sagt das Bürgerforum. Die zuständige Abteilungsleiterin im saarländischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium, Astrid Klug, verwies auf die Tunnelplanung. Die werde nach wie vor weiter verfolgt.
Ulrike Donié und Klaus Fuhs haben nichts dagegen, die Stadtautobahn in einem Tunnel verschwinden zu lassen. Sie sprechen aber aus, was jeder weiß: Das Tunnelprojekt ist tot. Zumindest wird niemand in den kommenden Jahren anfangen, in Saarbrücken einen Tunnel zu bauen.

„Die Tunnelvision ist schön. Sie könnte ein Segen für die Stadt sein“, sagt Donié. Aber aus dem wegweisenden Projekt sei ein Klotz am Bein der Stadtentwicklung geworden. „Zurzeit lähmt die Tunnelplanung den Fortschritt“, sagt Donié.

Fortschritt, das wären aus ihrer Sicht effektiv kontrollierte Geschwindigkeitsbegrenzungen und Flüsterasphalt auf der Stadtautobahn. Aber da passiere nichts, weil es immer heiße, dass man nicht investieren könne, weil dann ja doch alles ganz anders werde, wenn der Tunnel kommt. „Der Tunnel ist zum Totschlagargument geworden“, kritisiert Donié.

Sie und ihre Mitstreiter vom Bürgerforum finden, dass die Sache mit der alles andere verhindernden Tunnelplanung keine Sache ist, die man einer Abteilungsleiterin überlassen dürfe. Da müsse eine politische Entscheidung her. Deshalb hat Klaus Fuhs vor etwa sieben Wochen Ministerin Anke Rehlinger angeschrieben.

Weniger Geschwindigkeit führe zu weniger Lärm und weniger Schadstoffbelastung für die Saarbrücker, heißt es im Brief des Bürgerforums. Auch wegen der eh sehr kurzen Autobahnauffahrten in der Stadt sei eine Tempoverringerung sinnvoll. Weil der Bau eines Tunnels „im nächsten Jahrzehnt nicht in Angriff genommen werde“, solle die Ministerin auf den Weg bringen, „was in vielen anderen Städten, die von Autobahnen durchschnitten werden, eine Selbstverständlichkeit ist“, fordert das Bürgerforum: Lärmschutz.
 Das Wirtschaftsminsterium teilte dazu auf SZ-Anfrage mit, dass man mit einer „Antwort noch warten“ wolle, „bis ein paar Fragen im Detail geklärt sind“. „Es haben sich nämlich auf der Grundlage einer aktualisierten lärmtechnischen Bewertung ein paar neue Erkenntnisse ergeben. Unsere Fachabteilung ist gerade noch dabei, diese auszuwerten“, sagt Ministeriumssprecher Wolfgang Kerkhoff. Vermutlich im Laufe der kommenden Woche will sich das Ministerium äußern.

Apropos Ministerium: Die Landesregierung könnte noch durch eine andere Maßnahme dazu beitragen, dass es in Saarbrücken weniger Verkehr gibt, sagt das Bürgerforum. Es fordert die Ministerien und Landesbehörden auf, ihren Mitarbeitern nicht weiter kostenlose Parkplätze zur Verfügung zu stellen. „Die fahren quer durchs ganze Saarland und verpesten die Luft, stehen dann bei uns in Saarbrücken im Stau und verpesten auch bei uns die Luft“, zürnt Donié. Kostenlose Parkplätze seien keine Motivation, auf Busse und Bahn umzusteigen. Deshalb solle die Landesregierung diese Vergünstigung streichen.

Wer unbedingt mit dem Auto zur Arbeit wolle, müssen eben zahlen. Da sei es „gar nicht so schlecht, dass Q-Park so hohe Preise hat, dann kommt der eine oder andere vielleicht auf die Idee, mit dem  Rad oder dem öffentlichen Personennahverkehr in die Stadt zu kommen“, hofft Klaus Fuhs. Wobei man nicht einfach nur Behördenparkplätze streichen dürfe. Das Angebot an Park&Ride-Plätzen vor den Toren der Stadt müsse deutlich ausgebaut werden. Und die Landesregierung solle überlegen, ihren Mitarbeitern kostenlose oder vergünstigte Bahn- und Bustickets zu finanzieren. Geredet sei genug, das Land müsse schnell handeln, sagt Donié, denn: „Es müsste jetzt mal langsam etwas passieren. Wir leben schließlich jetzt. Mann kann das nicht  auf den St.-Nimmerleins-Tag verschieben.“

 

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 Saarbrücker Zeitung, 05.05.2017

Ulrike Donié leitet weiter das
Saarbrücker Bürgerforum

Saarbrücken. (ols) Das Saarbrücker Bürgerforum hat seine Vorsitzende Ulrike Donié im Amt bestätigt. Stellvertretender Vorsitzender bleibt Klaus Fuhs, Schatzmeister Walter Pitz. Zum Schriftführer wählte die Mitgliederversammlung Edgar Schütze. Beisitzer im Vorstand sind Michael Müller, Edith Kuhn, Sebstiano Curcuruto, Elisabeth Stolpe und Ursula Guht. Revisorinnen: Ina Grundhoff und Barbara Kohler. Das Bürgerforum sucht für seine Arbeit "noch Mitstreiter und Mitstreiterinnen" - und zwar "Menschen, die eigene Themen zur Stadtgestaltung mit dem Ziel einer menschenwürdigen Stadt einbringen und bearbeiten wollen". Das Bürgerforum trifft sich jeden dritten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr im Kunstwerk, Scheidter Straße 1.

Kontakt: Ulrike Donié, Tel. (06 81) 4 78 21

 

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 Saarbrücker Zeitung, 12.01.2017

SB 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Tunnel-Fans waren diesmal in der Mehrheit

Saarbrücken. Der neue Anlauf zum Tunnel für die Autobahn 620 beschäftigte Experten bei einer Diskussion in der Stadtgalerie. Das Vorhaben kam ganz gut weg. Und noch sehen Befürworter nicht alle Geldquellen ausgeschöpft. Silvia Buss

 

Braucht Saarbrücken eine Übertunnelung der Stadtautobahn? Für Professor Hartmut H. Topp ist die Sache klar. Wenn Saarbrücken im Wettbewerb der Städte mithalten will, brauche die Stadt einen Tunnel . Das sagte der Experte vom "Institut für Mobilität & Verkehr - imove" der Technischen Universität Kaiserslautern am Donnerstagabend bei der Podiumsdiskussion des Saarbrücker Bürgerforums in der Stadtgalerie.

Denn könne Saarbrücken auch mit französischem Flair punkten, so sei der motorisierte Individualverkehr doch eines seiner größten Probleme. "Und das fokussiert sich alles auf der Stadtautobahn, ein Relikt der sechziger Jahre." Andere Städte wie Düsseldorf hätten längst vorgemacht, dass man das durch Innenstadttunnel reparieren könne. Und Freiburg sei gerade mit Bundesförderung dabei. Gibt es auch für Saarbrücken jetzt neue Hoffnung?

Astrid Klug verkündete, dass das Verkehrsministerium die Vorplanungen wieder aufgegriffen habe, sie zu Ende bringe und dann erneut versuche, bei der Europäischen Union und dem Bund für Finanzierung zu werben. Auch für Klug ist die Stadtautobahn eine Bausünde: "So wie sie daliegt, wäre sie heute nicht mehr genehmigungsfähig, deshalb besteht da definitiv Verhandlungsbedarf." Den Bund müsse man viel stärker finanziell in die Pflicht nehmen als beim ersten Anlauf des Großprojekts "Stadtmitte am Fluss" geplant, sagte sie.

Es stimme nicht, dass der Bund sich bei Um- und Ausbauten von Autobahnen nur für verkehrliche Aspekte und nicht auch für städtebauliche interessiere, sagte sie. Topp bekräftigte das: Auch beim Tunnelprojekt in Freiburg gehe es um städtebauliche Verbesserungen, darum den Fluss Dreisam wieder erlebbar zu machen.

Nun war das Bürgerforum, das eingeladen hatte, bisher immer ein Gegner des Tunnelprojekts. Weder von Klaus Fuhs, der das Forum auf dem Podium vertrat, noch aus dem Publikum war an diesem Abend eine grundsätzliche Ablehnung des Tunnel-Projekts zu hören. Eher kritische Einwände, warum die Vorplanungen so lange dauerten. Man habe gestoppt, als die Finanzierung 2012 scheiterte, und die vorbereitenden Untersuchungen zum Vollanschluss Messe vorgezogen, erklärte Klug. Denn der Vollanschluss habe Auswirkungen auch für das Tunnelprojekt. Indirekt übte Klug auch Kritik an der damaligen Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer, die das Großprojekt Stadtmitte am Fluss in viel zu kurzer Zeit habe realisieren wollen. Auch deshalb habe es scheitern müssen. Ihr Nachfolger Heiko Lukas gab sich hier vorsichtiger. Er begrüßte zwar die Wiederaufnahme der Vorplanungen. Für ihn hat jedoch der Verkehrsentwicklungsplan jetzt Priorität, mit dem man die Attraktivität der Innenstadt entwickeln und sie vom Verkehr entlasten wolle. Noch in diesem Jahr wolle die Stadt etwa mit der Machbarkeitsstudie zur kleinen Innenstadtumfahrung beginnen. "Das sind die Bereiche, auf die wir uns jetzt konzentrieren", sagte Lukas.

Dezernent: Menschen sollen Platz haben, wo heute Verkehr fließt


Warum braucht Saarbrücken den Tunnel ?

Heiko Lukas: Das obergeordnete Ziel von Stadtentwicklung ist es, die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. Wir wollen neue attraktive Räume schaffen und die Lärm- und Abgasbelastung verringern. Dieses Ziel verfolgen wir mit dem neuen Verkehrsentwicklungsplan 2030. Und auch beim Tunnel geht es genau darum, nämlich neuen attraktiven Raum für die Menschen in der Innenstadt zu schaffen, wo heute noch der Verkehr fließt.

Wie wollen Sie erreichen, dass er gebaut wird?

Heiko Lukas: Das Land schließt in Abstimmung mit uns die Vorplanung ab. Es gilt aber weiterhin: Es handelt sich um eine Bundesautobahn. Wir werden das Projekt nicht aus kommunalen Mitteln finanzieren. Der Abschluss der Vorplanung gibt uns die Möglichkeit, auf Grundlage der vollständigen Ergebnisse, auf Bundes- und gegebenenfalls auf EU-Ebene nochmals um Mittel für dieses städtebaulich wichtige Projekt zu werben.

An welchen Anträgen arbeitet die Stadt gerade?

Heiko Lukas: Wir arbeiten zurzeit nicht an Anträgen. Das Land bringt die Vorplanung zum Abschluss in enger Abstimmung mit uns.

 
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Saarbrücker Zeitung, 09.01.2017

 SmaF

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Für eine 'Stadtmitte ohne Tunnelblick'

Saarbrücken. Die Saarbrücker sollen mobil, alle Stadtteile gut erreichbar sein. Und Saarbrücken soll eine Stadt bleiben, die viele Menschen von außerhalb anlockt. Das Ganze soll mit weniger Autos in der Innenstadt gelingen. So sollen die Lebensqualität erhöht und der Klimaschutz verbessert werden. Dafür soll der neue Verkehrsentwicklungsplan sorgen, den der Stadtrat Ende November beschlossen hat. Aber welche Rolle spielt eigentlich noch die "Stadtmitte am Fluss"-Tunnelplanung? Das fragt das Saarbrücker Bürgerforum bei seinem 15. Stadtgespräch, morgen, 11. Januar, 19 Uhr, in der Stadtgalerie am St. Johanner Markt. Martin Rolshausen

 

Der Tunnel ist zwar aus dem Großprojekt "Stadtmitte am Fluss" herausgenommen worden, aber offiziell nicht aus der Stadtplanung gestrichen worden. Unter dem Titel " Stadtmitte ohne Tunnelblick!?" will das Bürgerforum nun klären, "ob der Tunnelbau weiter verfolgt wird oder welche Alternativen umgesetzt werden können". Das Bürgerforum hält die "Sperrung der Stadtautobahn, eine Südumfahrung, die Deckelung der Autobahn sowie lärmmindernde Maßnahmen samt zusätzlicher Brücken" für diskussionswürdig. Der Verkehrsentwicklungsplan habe zur Autobahnplanung "keine Aussagen gemacht".

Unter der Leitung von Moderator Jürgen Albers diskutieren Professor Hartmut H. Topp vom Institut für Mobilität & Verkehr an der Technischen Universität Kaiserslautern, Astrid Klug , die Leiterin der Abteilung "Energie und Verkehr" des saarländischen Wirtschafts- und Verkehrsminsteriums , der Saarbrücker Baudezernent Professor Heiko Lukas und Klaus Fuhs vom Vorstand des Saarbrücker Bürgerforums. Der Eintritt ist frei.
 
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26. April 2016:

 

 

 

Tunnel

 

 


 Januar 2016: 

 

Spannende Idee

 

Neues Sommervergnuegen

 
 

 


 

 Dezember 2015:

 

Das Saarbrücker Bürgerforum ist jetzt auch auf Facebook: 
  facebook.com/SaarbrueckerBuergerforum

 

 

Nicht auf Stadt verlassen

Artikel in der Saarbrücker Zeitung über den 11. November 2015; 40-jähriges Jubiläum des Saarbrücker Bürgerforums: 

40 Jahre Bürforum

 

Steinerne Großstadt-Zeugen finden ein neues Zuhause

Symbol der Einheit Saarbrückens ist zwar auseinandergerissen, aber: „Es wurde gerettet, was zu retten war“

Das Relief am ehemaligen Walters Eck in der Viktoriastraße musste wie das ganze Gebäude 2008 dem neuen C&A weichen. Ein Teil davon wurde am Stadtarchiv installiert. Nun sind auch die zeitweise verschwundenen Teile wieder zu sehen.

Von SZ-Redakteur

Martin Rolshausen

Saarbrücken. Die barbusige Frau mit dem Schild der Grafen von Nassau-Saarbrücken, die ebenfalls halb Nackte mit der Rose von St. Johann, der leichtbekleidete Muskelmann mit dem Industrie-Hammer und die beiden Obstkörbe sind längst nicht mehr nur ein Symbol für die Vereinigung von Alt-Saarbrücken, St. Johann, Malstatt/Burbach zur Großstadt Saarbrücken im Jahr 1909. Das Ensemble, das bis 2008 die Fassade von Walters Eck zierte, ist auch ein Beispiel dafür, dass es sich für Bürger lohnen kann, um eine Sache zu kämpfen. Das Saarbrücker Bürgerforum konnte zwar vor sechs Jahren nicht erreichen, dass die Fassade gerettet und in den Neubau des C&A-Gebäudes integriert wird. Aber es rang der Stadtverwaltung das Versprechen ab: Das Relief wird andernorts wieder angebracht.

2012 löste die Verwaltung ihr Versprechen ein – zumindest teilweise. Die Personengruppe wurde vor dem neuen Stadtarchiv in der ehemaligen Deutschherrnschule angebracht. Aber da fehlte etwas: die Obstkörbe. Sie waren verschwunden.

„Die müssen irgendwo sein, die können nicht einfach weg sein“, sagte sich Ulrike Donié, die Vorsitzende des Saarbrücker Bürgerforums, „die Dinger sind immerhin gut einen Meter groß“.

Donié und ihre Mitstreiter machten sich auf die Suche nach den Obstkörben – und fanden sie bei der Forstverwaltung am Wildpark. Nach der Detektivarbeit machte sich das Bürgerforum auf die Suche nach Sponsoren. Knapp 9000 Euro wurden gebraucht für die Renovierung der Steine. Auch das gelang den Bürgern.

In diesen Tagen wurden die beiden steinernen Obstkörbe nun in der neuen kleinen Grünanlage mit vielen Bänken zum Verweilen in der Faktoreistraße an der Europa-Galerie aufgestellt. Das steinerne Symbol der Einheit Saarbrückens ist zwar nun auseinandergerissen. Aber immerhin, freut sich Ulrike Donié: „Es wurde gerettet, was zu retten war.“

Die steinernen Obstkörbe sind nun im neuen Park gegenüber der Europa-Galerie zu sehen.  

 


 SZ v. 4.3.15

Bürgerforum fordert eine Alternative zum Stadtautobahn-Tunnel

Saarbrücken. „Das Baudezernat wie auch der Stadtrat sollten endlich einsehen, dass das Tunnel-Projekt, so elegant die Lösung auch sein mag, einfach nicht finanzierbar ist.“ Mit dieser Forderung reagiert das Saarbrücker Bürgerforum auf die Ankündigung des Landesbetriebs für Straßenbau im Bauausschuss des Saarbrücker Stadtrats, dass weitere 1,1 Millionen Euro für die Planung eines Stadtautobahntunnels bereitgestellt werden (die SZ berichtete).

1,5 Millionen Euro habe der Landesbetrieb bereits investiert. Dass weiter Geld für die Tunnelplanung fließt, obwohl er aus dem Großprojekt „Stadtmitte am Fluss“ offiziell herausgenommen ist, begründet der Landesbetrieb so: Selbst wenn er in absehbarer Zeit nicht zu finanzieren sei, so habe man ihn dann doch planungsreif in der Schublade, wenn sich eine Chance ergäbe.

Anstatt weiter vom Tunnel zu träumen und „nichts, aber auch gar nichts an der unerträglichen Situation, die die Stadtautobahn durch Lärm und Verkehrsaufkommen verursacht“, zu ändern, ist für das Bürgerforum der falsche Weg. Es müsse endlich ernsthaft eine Verschwenkung der A 620 durchs Deutschmühlental, die sogenannte Südumfahrung, geprüft werden. Wenn eine „seriöse Überprüfung dieser Möglichkeit“ zu dem Ergbnis komme, dass eine Umfahrung nicht machbar ist, „könnte doch wenigstens alles dafür getan werden, dass die durch die Autobahn verursachten Lärmemissionen reduziert werden“, fordert das Bürgerforum.

Wichtig seien Lärmschutzwände – nicht nur, wie geplant, am Staden, sondern auch gegenüber der Berliner Promenade und dem Bürgerpark. ols


 

 

PROTOKOLL der Sitzung des Saarbrücker Bürgerforums vom 17.2.2015   

 

 

 

TOP I Erweiterung unserer Webseite

 

1.      Es gibt neue Menüpunkte

 

a)      VERÖFFENTLICHUNGEN  

       hat jetzt Unterpunkt „Inhalt von Heft 10“

Dort kann das ganze Heft gelesen werden.

Kann auf weitere wichtige Hefte erweitert werden

b)      EXTERNE LINKS

Hier findet man:

Den Link zum Textarchiv der Saarbrücker Zeitung. Dort kann man jeden Artikel / Leserbrief durch z.B. Eingabe eines Schlagworts in der Zeile Volltext – etwa „Saarbrücker Bürgerforum“ oder „Kultusministerium“- auffinden. Diesen kann man dann lesen oder kopieren und in ein leeres Dokument einfügen zum speichern oder ausdrucken. Weiterhin:

Den Link zur städt. Seite „Verkehrsentwicklungsplan“.  Die geplante Bürgerbeteiligung ist neben der Teilnahme an Bürgerforen auch durch Kommentieren von Artikeln auf dieser Seite möglich. (Interaktive Seite)

HINWEIS: Die Anmeldung zu den Bürgerforen muss bis zum 6. März erfolgen!

          

2.      Neue Menüpunkte in Planung

 

a)      THEMEN (INFOS + Kommentare)

Dort können – von der / über die Webmasterin relevante Texte, Bilder, Fakten zum jew. Thema eingestellt werden

b)      KONTAKTSEITEN mit Angabe der Mailadresse  der / des „Zuständigen“ (s. TOP III)

c)      Die Schriftführerin und Webseitenbeauftragte bittet um Mitarbeit an neuer Menüstruktur

 

TOP II      Das Saarbrücker Bürgerforum und die neuen Medien

  

                   Das Thema „Auftritt bei Facebook“ wurde kontrovers diskutiert.

     Margot Schwarz-Zuschlag überprüft die  Rechtmäßigkeit einer Facebookseite mit

     unserem Namen.

 

TOP III    Arbeitsweisen des Vereins


                - Zur Entlastung der Vorsitzenden wird die Gesprächsleitung in der Regel delegiert.

               

                - Procedere zur Abfassung einer Pressemitteilung des Vereins: Alle Mitglieder, die

                  mit dem Thema befasst sind, evtl. identisch mit Arbeitsgruppe, erhalten per Mail

                  einen Entwurf zur Korrektur. Der Autor fasst zusammen und legt den Text dem

                  Vorstand vor.

 

                - Berichte am Anfang der Sitzung bedingen, dass der / die Berichtende sich auf die

                  Kernaussagen beschränkt und die Zuhörer sich die inhaltliche Diskussion

                  versagen, solange das Thema nicht zum regulären TOP geworden ist.

 

                - Wer „zuständig“ für einzelne Themenbereiche ist, sollte für alle Mitglieder 

ersichtlich sein, um Anregungen / Fragen evtl. gerichtet einbringen zu können.

 

 

TOP  IV   Pressemitteilung von Klaus Fuhs zum Artikel „Monster aus Beton“ (SZ vom

                 9.2.15)

              

                 2 Entwürfe wurden inhaltlich und stilistisch diskutiert und zum Konsens

                 gebracht. Klaus Fuhs und Ulrike Doniè werden die Veröffentlichung auf den Weg

                 bringen.

 

TOP V      Weiterarbeit an Thema „Stadtmitte – Tunnel – Südumfahrung

             

                 Der Vorschlag, eine Podiumsdiskussion o. ä. vorzubereiten, wurde ohne

                 Widerspruch aufgenommen. Zuvor sollte mögliche Zusammenarbeit mit der

                 Mendgen-Gruppe durch Einladung derselben zu einer Vereinssitzung überdacht

                 werden. Auch weitere Personen, die mit dem Thema vertraut sind, könnten zur

                 Planungsgruppe hinzugezogen werden.

 

TOP VI    Einladung unseres Mitglieds Matthias Schmidt nach Luxemburg (Geschenk an

                 Ulrike)

                 Eine Exkursion zu einem späteren / wärmeren Zeitpunkt wird ins Auge gefasst.

    


 

Hier findet man mit einem Klick alle Informationen der Stadt zum Verkehrsentwicklungsplan und der geplanten Bürgerbeteiligung 

http://www.saarbruecken.de/rathaus/medien_und_buergerkommunikation/artikeldetail/article-54d8775360c40

 


 

 

Protokoll der Mitgliederversammlung vom 20.01.2015

Ort:               Bistro Malzeit – Kunstwerk, 66123 Saarbrücken, Scheidter Straße 1

Beginn:        19:30 Uhr

Anwesend:   Ulrike Donié, Barbara Kohler, Dietmar Kolling, Helge Kolling, Judith Schneider,  Margot Schwarz-Zuschlag, Jörn Wallacher, Edith Kuhn,  Petra Otto, Edgar Schütze, Walter Pitz, Klaus Fuhs, Sebastiano Curcuruto, Ina Grundhoff,  Michael Müller

                

Vorsitz:         Ulrike Donié

 

Tagesordnung:

 

1.      Genehmigung der Tagesordnung

2.      Feststellung der Beschlussfähigkeit

3.      Bericht des Schatzmeisters

4.      Bericht der Revisoren

5.      Bericht des Vorstandes

6.      Aussprache über die Berichte

7.      Wahl eines / einer Versammlungsleiters / in

8.      Entlastung des Vorstandes

9.      Wahl der Zählkommission

10.    Vorstandsneuwahlen (Vorsitzende / Vorsitzender, Stellvertreter/in,       Schatzmeister/in, Schriftführer/in, fünf Beisitzer/innen

11.    Wahl von zwei Revisoren/Revisorinnen

12.    Verschiedenes

 

TOP 1) Genehmigung der Tagesordnung

Die Tagesordnung wird einvernehmlich genehmigt.

 

TOP 2) Beschlussfähigkeit

Die Beschlussfähigkeit ist laut Satzung gegeben: Es sind 15 Personen, d.h. mehr als 1/3 der 40  Mitglieder des Saarbrücker Bürgerforums anwesend.

 

TOP 3) Bericht des Schatzmeisters

Walter Pitz trägt den Kassenbericht vor:

 

TOP 4) Bericht der Revisoren

Der Prüfvermerk von Dietmar Kolling und Petra Otto enthält keine Beanstandung und bestätigt, dass die Kassenführung ordnungsgemäß war.

 

TOP 5) Bericht des Vorstandes

Die letzte ordentliche Mitgliederversammlung mit Neuwahlen hat am 19.3.2012 statt gefunden.

Die Mitgliederzahl zu diesem Zeitpunkt betrug 39.

Neue Mitglieder sind: Dr. Klaus Fuhs (seit 21.10.13); Sebstiano Curcuruto (seit 18.11.13);

Michael Müller (seit 16.12.14)

verstorben sind: Wolfgang Grobe (22.1.13): Johann Peter Lüth (31.7.14)

Damit beträgt die neue Mitgliederzahl 39 + 3 – 2 = 40

Davon 1/3 = 14

Briefe an folgende Mitglieder kamen unzustellbar zurück: Hans Mischon, Hans Jager,

Dr. Jürgen Albers

 

Tätigkeitsbericht des Saarbrücker Bürgerforums

seit der letzten MV am 19.3.2012 bis zur heutigen MV am 20.1.2015

In diesem Zeitraum wurden insgesamt 32 öffentliche Vorstandssitzungen abgehalten.

 

Weitere Aktivitäten:

 

·          29.3.2012 Teilnahme an der Enthüllung der Figurengruppe von Walters Eck, die vor dem Stadtarchiv aufgebaut wurde (Vereinigung der Städte Saarbrücken, St.Johann und Malstatt/Burbach von 1909)

·          Wegen des möglichen Abrisses eines Zollnhofer Mosaiks am ehemaligen Hüttenkrankenhauses

(Hinweis einer Bürgerin) wurde das Denkmalamt, Herr Böcker eingeschaltet

·          SZ vom 3.4.2012 berichtet über neuen Vorstoß des Bürgerforums zur Umgestaltung des Beethovenplatzes, im Zusammenhang mit der Aufwertung des Mühlenviertels

·          25.4.2012 Unterstützer (Mitveranstalter) der Veranstaltung der Saarländischen Gesellschaft für Kulturpolitik „Wie geht es weiter mit dem 4. Pavillon“ (Galerie der Gegenwart)?

·          3.5.2012 Gespräch bei Prof. Ochs und seinen Studenten – Vorstellen der Arbeit des Bürgerforums – insbesondere ging es um den Beethovenplatz als Grundlage für eine studentische Arbeit

·          1.7.2012 Lyrische Wanderung durch den Sommerwald mit Erklärungen zu Pflanzen und Vögeln und der Geschichte des Bergbaus, der am Vortag Vergangenheit wurde

·          7.7.2012 Besuch des Trierer Forums - Stadtführung zusammen mit dem Werkbund,

Kontakt über Herrn Lüth via Alois Peitz (Trier)

·          28.7.2012 Teilnahme an  der  Ausstellungseröffnung der Studenten von Prof. Ochs „Plan B“ zum Beethovenplatz

·          5.9.2012 Stand bei den 2. Saarbrücker Seniorentagen: Info über uns (Flyer), Unterschriftsliste zur Umgestaltung des Beethovenplatzes, Beziehungskiste „Ich und meine Stadt“ - Lob, Tadel, Wünsche – Ergebnisse wurden an die Oberbürgermeisterin weiter geleitet

·          19.9.2012 Teilnahme an Veranstaltung „europe direct“ : Älter werden im Quartier

·          24.9.2012 Teilnahme „Saarbrücker Milieus – Herausforderungen für Stadtentwicklung“

·          15.10.2012 Teilnahme „Öffentlichkeitsarbeit für Vereine“

·          November/Dezember Herausgabe der Broschüre Leben in der Stadt Nr. 10 „Braucht Saarbrücken einen Tunnel?“ anschließend bis Januar/Februar 2013 Verteilung und Versand

·          19.12.2012 Redaktionsgespräch mit Herrn Rolshausen von der SZ „Die Stadtmitte retten ohne Tunnel“ (s.a. Artikel vom 21.12.2012)

·          28.1.2013 Termin beim Stadtplanungsamt, Frau Wandel-Höfer und Mitabeiter: Gespräch und Diskussion zur Südumfahrung und ihrer Umsetzung

·          Januar/Februar 2013 Schreiben an Ärztekammer, Commerzbank, Fa. Götten, Hotel La Résidence (Zusage 500€) , Früchte Kreis, Europagalerie, C&A, Debeka mit der Bitte uns finanziell zu unterstützen bezügl. der Restaurierung von zwei Obtkorb-Reliefs von Walters Eck für die neue kleine Grünanlage in der Faktoreistraße

·          6.3.2013 Vorstellung der Südumfahrung beim Förderkreis Stadtmitte

·          13.4.2013 SR Fernsehen: Interview zur Südumfahrung mit Dietmar Kolling und Norbert Mendgen

·          28.5.2013 Veranstaltung der Piratenpartei zum innerstädtischen Verkehr – ursprünglicher Schwerpunkt sollte die Südumfahrung sein. Die Teilnahme von Dietmar Kolling auf dem Podium musste kurzfristig wegen Krankheit abgesagt werden.

·          8.6.2013 Veranstaltung mit Christian Felber in der Nauwieser 19, zu der wir auch attac eingeladen hatten (Titel: Gemeinwohlökonomie)     

·          11.6.2013 Gemeinsame Veranstaltung mit Kultur-& Werkhof Nauwieser19 und BUND:

„Gärtnern in der Stadt – Nutzpflanzerei auf Balkon und Brache „  mit der Referentin

      Eva-Marie Ratius, Gartenberaterin

·          Mai /Juni 2013 Recherche und Aufarbeitung der Rolle des Saarbrücker Bürgerforums beim Altstadtfest für einen Artikel in dem Wochenmagazin „Fokus“; erschienen 21.6.2013 (s. Webseite des Saarbrücker Bürgerforums)

·          29.8.2013 Einladung des NABU Saarbrücken zur Information über die Südumfahrung

·          Oktober/November - nachdem im ehemaligen Hotel Excelsior neue Geschäftsräume entstehen sollen -, wurde überprüft, wie weit darunter befindliche noch erhaltene Fassadenteile geschützt werden können. Nach Fotos des Archivs des LPM und der Landesbildstelle wurde von weiteren Interventionen Abstand genommen

·          18.10.2013 YAKAMOS – Nachtwanderung zu den Himmelsspiegeln der Halde Lydia mit Gedichten zum scheidenden Bergbau und zur Nacht

·          28.1.2014 Antrag an Saarland-Sporttoto für eine finanzielle Unterstützung zum Aufbau der Obstkörbe von Walters Eck in der Grünanlage in der Faktoreistraße (Zusage 2000 €)

·          12.2.2014 Teilnahme an Veranstaltung des VCD bezüglich einer Saarbahn nach Forbach und Verbindung nach Luxemburg

·          18.2.2014 Einladung der LHS zum ersten Spatenstich und Beginn der Bauarbeiten zur Neugestaltung der kleinen Grünanlage in der Faktoreistraße, da das Bürgerforum dort die beiden Obstkörbe von Walters Eck aufstellen will.

·          18.2.2014 bei der Sitzung stellt Sebastiano Curcuruto als Alternative zum geplanten Tunnel für Stadtmitte am Fluss einen Glastunnel vor

·          4.3.2014 Antrag an den Bezirksrat Mitte zur  finanziellen Unterstützung für die Restaurierung der Obstkörbe

·          19.3.2014 Aufruf in der Saarbrücker Zeitung für Sponsoring zur Sanierung der historischen Obstkörbe von der Fassade von Walters Eck

·          24.4.2014 Die SZ berichtet von der Intervention des Saarbrücker Bürgerforums gegen den Abriss der Treppe am Finanzamt

·          25.4.2014 Antrag an PSD-Bank für die Restaurierung der Obstkörbe (Zusage 1000 €)

·          20.5.2014 Info und Auseinandersetzung zu einem geplanten Stadtbauernhof auf dem Gelände des Weyrichhofs. Dabei steigen wir als Verein nicht ein, verfolgen aber die weitere Entwicklung

·          21.5.2014 Bei parteipolitischen Überlegungen, in Saarbrücken eine Markthalle zu errichten, den Beethovenplatz als möglichen Standort ins Gespräch gebracht (s.a.Notiz in der SZ)

·          12.6.2014 Antrag an Kulturamt zur finanziellen Unterstützung für die Obstkörbe

·          19.7.2014 Teilnahme an der Podiumsdiskussion des SR auf dem Altstadtfest im Innenhof der Stadtgalerie: „Essen und Trinken – Politik und Kultur – 40 Jahre Saarbrücker Altstadtfeste“

·          29.10.2014 Bittschreiben an Kultusministerium für finanziellen Zuschuss für die Skulptur (Absage)

·          20.11.2014 Termin bei der Steinmetzfirma Glöckner mit Frau Goedecke vom Grünamt, Walter Pitz und Ulrike Donié – Entscheidung, die Obstkörbe auf einer Sandsteinplatte zu installieren.

·          20.11.2014 Brief an den Kulturdezernenten, die noch offenen Kosten von 6700 € für die Obstkörbe zu übernehmen. Nach Zusage mit Schreiben vom 25.1.: Auftragserteilung an die Firma Glöckner

·          15.12.2014 Schreiben an das Grünamt, dass alle Besitz- und Eigentumsrechte an den Obstkörben an die LHS, Amt für Grünanlagen, Forsten und Landwirtschaft übergehen

·          Bei der Sitzung am 18.11.2014 wurde überlegt, wer sich von den anwesenden Mitgliedern für welche künftigen Themen einbringen möchte:

Edith Kuhn: Wohnen für Senioren (selbstbestimmtes Leben durch Technik)

Ulrike Donié: Verkehr, Beethovenplatz, Sauberkeit

Jörn Wallacher: Fahrradfahren in der Stadt

Edgar Schütze: Entschärfung der Stadtautobahn, Kurztunnel, Hochwasserschutz (Stadtmitte), Internetseite

Helge Kolling: Verkehr (-reduzierung) durch Erschwerung (Wegfallen einer Fahrspur), Stadtmitte, Rückbau der autogerechten Stadt

Klaus Fuhs: Verkehr, Bürgerpark, Internet

Michael Müller: Verkehr, Sauberkeit in der Stadt, Markthalle im Bürgerpark

Außerdem wollten wir in der nächsten Sitzung über den Pingusson-Bau sprechen, den Ergebnissen von 4 Arbeitgruppen von Architeken

Wichtig bleibt die Diskussion über Strukturen und Arbeitsweisen im Bürgerforum.

 

TOP 6) Aussprache über die Berichte

Die Berichte mussten nicht ergänzt werden.

 

TOP 7) Wahl eines/einer Versammlungsleiters/Versammlungsleiterin

Klaus Fuhs wurde einstimmig zum Versammlungsleiter gewählt. Die erste Vorsitzende gab hierzu die Leitung der Versammlung ab.

 

TOP 8) Entlastung des Vorstandes

Der bestehende Vorstand wurde bei Enthaltung des Vorstands in nicht geheimer Abstimmung einstimmig entlastet.

 

TOP 9) Wahl der Zählkommission

Als Mitglieder der Zählkommission wurden Ina Grundhoff und Michael Müller gewählt.

 

TOP 10) Vorstandsneuwahlen

Die Versammelten beschlossen:

Wahl des/der Vorsitzenden:
Ulrike Donié einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen

 

Nach der Neuwahl der Vorsitzenden übergab Klaus Fuhs das Amt des Versammlungsleiters an die neue/alte Vorsitzende.

 

  • Wahl des/der Stellvertreters/in

Klaus Fuhs wurde als Kandidat vorgeschlagen.

      Er wurde bei Enthaltung des Betroffenen einstimmig  gewählt.      

      Er nahm die Wahl an.

·      Schatzmeister: Walter Pitz einstimmig gewählt.

·      Schriftführerin: Helge Kolling einstimmig bei  Enthaltung der Betroffenen gewählt.

·      5 BeisitzerInnen:  Vorgeschlagen: Barbara Kohler, Edgar Schütze, Dietmar Kolling,

      Edith Kuhn, Michael Müller

     

Gewählt: alle, einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen

Alle gewählten Personen nahmen die Wahl an.

 

TOP 11) Wahl der Revisoren

Ina Grundhoff und Petra Otto wurden einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen gewählt.

 

TOP 12) Verschiedenes

Barbara Kohler gab eine Erläuterung der Vereinssatzung. (Änderung der Satzung, Vorstandsbeschlüsse, Ausschluss von Mitgliedern, Vereinssitzungen = öffentliche Vorstandssitzungen …)

.

Themen, um die sich das Saarbrücker Bürgerforum weiterhin oder neu kümmern wird:

  • Leben und Wohnen im Alter
  • Stadtmitte am Fluss
  • Beethovenplatz
  • Verkehr
  • TTIP

 

Saarbrücken, den 27.01.2015

Protokoll: Helge Kolling

 


 

 

 

SZ v. 9.2.2015 

Ulrike Donié führt weiter das Saarbrücker Bürgerforum

Saarbrücken. Auch im 40. Jahr seines Bestehens hat das Saarbrücker Bürgerforum einiges vor. „Wohnen und leben im Alter“ bleibe ein wichtiges Thema. „Zur Verkehrspolitik wollen wir uns neben der Tunnelfrage mit Fahrradfahren in der Stadt, Entschärfung der Stadtautobahn, Lärmschutz und der Abkehr von der autopräferierenden Vekehrspolitik beschäftigen“, teilt die Vorsitzende Ulrike Donié in diesen Tagen nach der Mitgliederversammlung mit.

Zuvor hatte die Mitgliederversammlung sie im Amt bestätigt. Mit ihr leiten Klaus Fuhs (stellvertrender Vorsitzender), Helge Kolling (Schriftführerin) und Walter Pitz (Schatzmeister) das Forum. Als Beisitzer arbeiten Barbara Kohler, Dietmar Kolling, Edith Kuhn, Michael Müller und Edgar Schütze im Vorstand mit. Revisorinnen sind Ina Grundhoff und Petra Otto.

„Das Thema Sauberkeit, ein Reizthema in Saarbrücken“, will das Bürgerforum aufgreifen, sagt Donié. „Und wir wollen auch die Idee weiterverfolgen, für Saarbrücken eine Markthalle zu bauen; wenn nicht auf dem Beethovenplatz, dann könnte das auch im Bürgerpark erfolgen. Das wäre auch eine Attraktivitätssteigerung des immer noch so ungeliebten Parks“, findet sie.

Um an diesen Dingen zu arbeiten, sucht das Bürgerforum Mitstreiter. Gefragt seien aber auch Menschen, „die eigene Themen zur Stadtgestaltung mit dem Ziel einer menschenwürdigen Stadt einbringen und bearbeiten wollen“. ols

Das Bürgerforum trifft sich an jedem dritten Dienstag im Monat um 19.30 im Bistro Malzeit, Scheidter Straße 1.


 

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SZ vom 21.7.14

 

Die Mutter aller Feste redet nicht mehr

Im Feiern und Musizieren ist das Altstadtfest noch Avantgarde

In den 1970ern und 1980ern wurden beim Saarbrücker Altstadtfest Themen behandelt, über die der Rest der saarländischen Welt erst Jahre später sprach. Heute ist es anders. Aber schlechter? Macher von früher schauten bei einer Podiumsdiskussion mal zurück.

Von SZ-Redakteur

Peter Wagner

Saarbrücken. Das Saarbrücker Altstadtfest 1975 war nicht nur die erste Veranstaltung dieser Art im Saarland (und darüber hinaus), also quasi die Mutter aller Stadt-, Dorf- und Straßenfeste, die jeder Saarländer kennt, oft auch schon zur Genüge. Es brachte nicht nur „Kultur für alle“ von beachtlicher Qualität, sondern auch politische Themen auf die Gassen. Dieses von der Stadtverwaltung und dem Bürgerforum Saarbrücken in die Welt gesetzte Fest war schlichtweg „Avantgarde“, wie es der Journalist und Moderator Jürgen Albers am Samstag bei einem entspannt-distanzierten Diskussions-Rückblick in der Stadtgalerie auf den Punkt brachte. Thema: 40 Jahre Altstadtfest – „Essen und Trinken, Politik und Kultur“.

Ulrike Donié vom Saarbrücker Bürgerforum konnte die Würdigung als Vorreiter-Fest nur bestätigen: So habe man sich bereits 1982 mit demographischem Wandel und Seniorenwohnen in der City beschäftigt (und die Grauen Panther aus Wuppertal hergeholt), man habe gesundes Essen propagiert, als es im ganzen Saarland erst ein Dutzend Bioläden gab, habe für den Erhalt der Alten Brücke und des Stadens sowie für die Einrichtung der Fußgängerzone am St. Johanner Markt gekämpft. „Das alles war auch gut so“, pflichtete Oskar Lafontaine bei, damals SPD-Stadtoberhaupt, und erinnerte sich besonders gern, dass das Altstadtfest auch Umwelt- und Friedensthemen propagierte, es habe „Aufbruchstimmung erzeugt“ und „Identität gestiftet“.

Und heute? Seit 15 Jahren haben sich Verwaltung und Bürgerforum auseinandergelebt, das Fest wird allein von der Stadt verantwortet, die großen Themen sind nicht mehr da – ein Verlust? Ja, sagte Lafontaine, und regte an, dass man doch wunderbar über das Für und Wider von „Stadtmitte am Fluss“ oder den Museumsneubau reden könne. Oder, wenn es was Großes sein solle, über das Ausspähen der Bürger in aller Welt durch Nachrichtendienste.

Walter Pitz, früherer Programmdirektor des Festes, zeigte sich skeptisch, ob heute noch 500 Menschen vor einer Bühne lauschen, auf der zwei Stunden diskutiert wird (zu der hier beschriebenen Stadtfest-Diskussion kamen 40 Menschen). „Das geht nicht mehr“, so Pitz, schon gar nicht aus dem Rathaus heraus. Aber ob das Bürgerforum wieder ins Festgeschehen eingreift? Es überhaupt will? „Unser Kind ist uns sehr fremd geworden“, so Donié.

Dass es verzogen oder garstig sei, wollte dann aber auch keiner behaupten. Aus dem Zuhörerraum bedankte sich der Musiker Hans Martin Derow von der Gruppe An Erminig, dass das Altstadtfest von Anfang bis heute der Linie treu geblieben sei und Interpreten verpflichtet habe, deren Musik die Besucher fordert und nicht nur „Abtrink-Begleitprogramm“ ist – gegenüber dem Gros der Feste im Land wirke es damit also dann doch immer noch avantgardistisch.

 

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SZ vom 24.4.2014

„Man muss doch nicht mutwillig Sachen kaputtmachen“

Saarbrücken. Dass die Stadtverwaltung die Treppe, die hinter dem Finanzamt vom Leinpfad zur Wilhelm-Heinrich-Brücke führt, abreißen und durch eine Rampe für Fahrradfahrer ersetzen will (die SZ berichtete), stößt beim Saarbrücker Bürgerforum auf Unverständnis. Weil Zuschüsse der Europäischen Union nur noch bis Oktober abgerufen werden können, will die Stadt die Rampe noch in diesem Sommer bauen. Rund 400 000 Euro soll diese Rampe, die den Weg für Radfahrer und Rollstuhlfahrer ebene, kosten. 200 000 Euro kommen von der EU, jeweils 100 000 Euro von Stadt und Land.

„Man muss doch nicht mutwillig Sachen kaputtmachen, nur weil man gerade Geld hat“, sagt die Sprecherin des Bürgerforums, Ulrike Donié. Die Treppe, die Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer als marode einstuft, sei „wunderschön“, sagt Donié. „Da ist Schatten, das kann man mitten in der Stadt nicht hoch genug schätzen. Da kann man schön sitzen“, findet sie. Die Radfahrer könnten hinter dem Finanzamt fahren und kämen von da aus auch gut an die Saar runter, argumentiert das Bürgerforum. ols

 

SZ vom 19.3.14

Saarbrücker wollen Stück Geschichte retten

Das Bürgerforum sucht Sponsoren zur Sanierung eines historischen Reliefs

Als 2008 Walters Eck abgerissen wurde, konnte das Relief, auf dem die Großstadtwerdung Saarbrückens dargestellt ist, gerettet werden. Ein Teil davon ist verschwunden und jetzt wieder aufgetaucht.

Von SZ-Redakteur

Martin Rolshausen

Saarbrücken. „Die müssen irgendwo sein.“ Ulrike Donié, die Vorsitzende des Saarbrücker Bürgerforums, war sich sicher: Die beiden steinernen Obstkörbe, die die Fassade des ehemaligen Kaufhauses Walter in der Viktoriastraße geziert haben, konnten nicht einfach verschwunden sein. Immerhin, sagt sie, sind „die Dinger gut einen Meter groß“.

2008 wurde Walters Eck abgerissen, um Platz zu machen für das neue C&A-Gebäude. Die Skulpturengruppe, die an die Vereinigung von Alt-Saarbrücken, St. Johann und Burbach/Malstatt zur Großstadt Saarbrücken 1909 erinnert, wurde gerettet und steht inzwischen vor dem Stadtarchiv. Donié und ihre Mitstreiter vom Bürgerforum hatten an dieser Rettung maßgeblichen Anteil.

Aber wo waren die Obstkörbe aus dem Relief? „Wir haben immer wieder nachgefragt und gesucht“, sagt Donié. Und schließlich wurden die Obstkörbe gefunden: bei der Forstverwaltung am Wildpark. Wie immer sie dahinkamen, sie sollen nun in der neuen kleinen Grünanlage gegenüber der Europa-Galerie montiert werden.

Dazu müssen die Obstkörbe aber restauriert werden. Das Bürgerforum hat einen Steinmetz gefunden, der das zusammen mit Auszubildenden machen will. Dennoch kostet die Restaurierung noch exakt 8333 Euro, sagt Donié. Das Bürgerforum hat so viel Geld nicht und sucht nun Sponsoren. Anders formuliert: Auch was das Geld angeht, ist Donié sicher: Das muss irgendwo sein.

Kontakt: Ulrike Donié, Telefon (06 81) 4 78 21 



VCD Tram Train Forbach

Bitte hier anklicken ---> O

 


 

Umweltmagazin Saar 3/2013  

 

 Urban Gardening

 Vom Ackern in der Stadt

 

Eine Idee grünt um die Welt. Nun ist sie endlich auch in Saarbrücken angekommen – „Urban Gardening“ – das Gärtnern in der Öffentlichkeit, auf verlassenen Brachen, verwilderten Plätzen und in stillen Ecken mitten in der Stadt. Mit Gemüsepflanzen, Kräutern und  Blumen (und mit viel Freude und Spaß) erobert eine Gruppe seit dem Frühjahr Freiflächen, die zuvor sich selbst überlassen waren. Es wird gerodet, gehackt, gebuddelt, gepflanzt und gehegt – und mit den Pflanzen, die sich sichtlich wohlfühlen in ihrem neuen  Zuhause, wächst auch die Gemeinschaft der Saarbrücker „Urban Gardeners“.

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 Anfänge der essbaren Stadt

Saarbrücken: Gärtnern in der Nähe des Echelmeyerparks.

So bunt wie die Beete sind auch die Beweggründe, aus denen Einzelne sich dieser Initiative anschließen: eigene und gesunde! Nahrungsmittel ernten, einen wesentlichen Schritt in die Unabhängigkeit gehen, das Wort „Gemeinschaft“ mit Leben füllen, ein politisches Statement gegen Großkonzerne und die Konsumgesellschaft abgeben … der Begriff „Graswurzelrevolution“, den in den 70er-Jahren die Ökobewegung prägte, erfährt hier eine zeitgemäße Weiterentwicklung bei der Neudefinition vom Leben in der Stadt. „Neu“ ist die Idee, Lebensmittel gleich dort anzubauen, wo sie gebraucht werden, nicht. Bereits in der Antike wurde innerhalb der Stadtmauern möglichst viel Platz stets zum Anbau von Nahrungspflanzen genutzt. Reichtum zeigte sich z.B. im alten Rom unter anderem dadurch, dass im Hausgarten auch Pflanzen wuchsen, die „allein“ der Zierde dienten – doch zu jeder römischen Stadtvilla gehörte ein großer Küchengarten. Und wer immer ein Stückchen Erde nutzen konnte, baute darauf Obst und Gemüse an. Im 19. Jahrhundert entstanden dann in Deutschland die ersten Schrebergärten, in denen, mitten in oder am Rande der Stadt, in großen Gemeinschaftsanlagen die eigenen Nahrungsmittel auf kleinen Parzellen angebaut werden.

Bereits zu Beginn der 70er-Jahre entwickelten sich in New York die Anfänge des heutigen Urbanen Gärtnerns. Auf Brachen, Balkonen und Dächern, in Hinterhöfen und zwischen Hochhäusern entstanden „Community-Gardens“. Gemüse und Zierpflanzen hielten Einzug in den Betonwüsten und dienten als „Kristallisationspunkt“ für Gemeinschaften, die dem Hunger, der Fehlernährung und der Perspektivlosigkeit in den ärmeren Stadtteilen neue Modelle des selbstbestimmten Lebens entgegen -“pflanzten“. Politisch und ökologisch Aktive sowie viele KünstlerInnen beteiligten sich und trugen diese Idee in „hippere“ Wohngegenden und in den Rest des Landes.

Die Zielsetzung aller Initiativen war und ist es immer, ohne kommerziellen Hintergrund in einer möglichst vielfältigen Gemeinschaft zu wirken. Zudem ist ein urbaner Garten auch die Basis, um „ein Stück“ Natur in der Stadt wieder zu beleben und – das Ziel vieler Projekte – Kindern diese Lebensgrundlagen nicht nur zu vermitteln, sondern sie dafür zu begeistern und daran teilhaben zu lassen.  

Satt sein! Gesund sein! Unabhängig sein! Diese drei Grundbedürfnisse sind weltweit der Antrieb für die unterschiedlichsten Formen des Urban Gardenings. Auf Kuba z.B., führte der Mangel an Lebensmitteln zur Förderung durch den Staat und dadurch zur Blüte des Urban Gardenings. In Detroit waren es der Zusammenbruch der Autoindustrie und die darauf folgende Verarmung, die es zu einer Selbstverständlichkeit werden ließen, dass ein Großteil der Bevölkerung sich heute auf diese Weise selbst versorgt. Urban Gardening ist die Antwort unserer Zeit auf existentiellen Hunger und auf alltägliche, ermüdende Eintönigkeit sowie auf eine große Sehnsucht nach dem Eigenen. Denn eigene Nahrungsmittel anbauen zu können, gibt uns mehr als einen vollen Bauch. Sind wir in Not, schenkt uns dies unsere Würde zurück. Wollen wir eine Alternative zu blindem Konsum und dumpfer Abhängigkeit schaffen, hat es dieselbe Wirkung.

Vor allem in den „reichen“ Industrienationen – in denen sich die wachsende Armut meist noch im Schatten der Konsumtempel verbergen lässt – ist eher die Sehnsucht nach Rückanbindung an die Natur und nach unbelasteter Nahrung, nach Selbstbestimmung und Sinnfindung der Boden, auf dem die Urban Gardening - Bewegung gedeiht. In fast allen deutschen Städten gibt es mittlerweile zahlreiche Projekte mit den unterschiedlichsten Ansätzen. Oft waren die Guerilla-Gardeners mit ihren nächtlichen „wilden“ Pflanz - und Saatbombenaktionen die Pioniere für neue Stadtgartenideen. In interkulturellen Gärten, Gemeinschafts- und Nachbarschaftsgärten, Stadtteilgärten und Stadtbauernhöfen erobern und schaffen sich nun die Menschen Raum zur Selbstversorgung, für eigene Ideen und zum ökologischen Handeln. Vielerorts unterstützen sogar Stiftungen diese Initiativen mit Wissen und Geld. Selbst eine „Essbare Stadt“ gibt es schon – in Andernach werden fast alle öffentlichen Grünflächen von der Stadtverwaltung mit Gemüse, Kräutern und Obst bepflanzt – das Ernten ist allen erlaubt; Einsparungen in der Stadtkasse sind die Folge …

Die Vielzahl der kleinen und großen so bepflanzten Flächen gibt auch der Natur in der Stadt wieder ganz neue Chancen zum nachhaltigen Gedeihen. Biologischer Gartenbau mit intensiver Bodenpflege und ohne schädliche Pflanzenschutzmittel ist einer der Grundsätze des Urban Gardenings. Ebenso die Schaffung einer großen Artenvielfalt und der Erhalt alter Gemüse- und Obstsorten. All` dies – sowie auch die Zunahme der Stadtimkerei in diesen Initiativen - sind die idealen Voraussetzungen dafür, dass kleine, in sich stabile Oasen für Insekten, Kleintiere und einige heimische Wildpflanzen entstehen und sich vernetzen können. Zudem ist der positive Einfluss von vielen (auch noch so kleinen) Grünflächen auf das Stadtklima nicht zu unterschätzen!

Wachen wir auf aus der romantischen Träumerei, dass es in unserem Land noch „unberührte Natur“ gibt, so ist dies schmerzhaft – macht uns aber auch die Verantwortung, die wir für das Leben auf unserem Planeten haben, und die Notwendigkeit zum ökologisch orientierten Handeln in unserem direkten Umfeld bewusst. Statt zur „Graswurzelrevolution“ sind wir heute wohl eher zur „Bodenrevolution“ aufgefordert. Zur Wiederbelebung unserer wichtigsten Lebensgrundlage, die unter Pflaster, Beton und Asphalt begraben wird, die durch die Agrarindustrie, den „Gewinn“ von Bodenschätzen und den unverfrorenen Umgang mit Giftstoffen Tag für Tag ein Stück mehr geschunden und zerstört wird. Es lebe die Stadtnatur! Platz dafür ist überall. „Widerstand ist fruchtbar“ ist kein Aufruf zur Vandalenschlacht, vielmehr der Slogan für die “neue Lust am Gärtnern“ und für neue, bereichernde und befriedigende! Formen des Zusammenwirkens. Das Leben in einem Garten – und sei er auch noch so klein – ist der Ursprung einer stärkenden und heilsamen Beziehung zwischen unserer Seele und der Welt. Um ein Beet (oder gleich einen ganzen Garten) bewirtschaften zu können, braucht es die Neugierde auf Bedürfnisse, Gegebenheiten und Zusammenhänge. Es braucht die Bereitschaft, sich langfristig an eine „Aufgabe“ zu binden, es braucht die Lust am endlosen Lernen und darauf, Verantwortung zu leben. Das Gärtnern ist eine der kreativsten und auch kommunikativsten Tätigkeiten, die es gibt – welche Pflanze wann wie wohin und mit wem … tausend Möglichkeiten, tausend Tipps aus der Nachbarschaft … wo sonst gibt es heute noch so viel „Spiel“- raum?!

Es gibt wenige Projekte, die das Glück haben, ein „Stück“ vom begehrten und teuren Stadtland zur dauerhaften Nutzung zu „besitzen“. Hier kann die „Scholle“ langfristig und nachhaltig „beackert“ werden. Allerdings besteht gerade in der Stadt oft das Problem der Altlasten. Giftstoffe im Boden machen eine Grundsanierung teuer, wenn nicht sogar unbezahlbar und der Anbau von Lebensmitteln empfiehlt sich dort keinesfalls. Doch gerade hier – und auf Flächen, die nur vorübergehend „geliehen“ werden – zeigt sich der Ideenreichtum der Urban Gardeners. An pfiffigen Ideen mangelt es nicht. In dem Prinzessinnengarten in Berlin-Kreuzberg, dem bekanntesten Urban Garden in Deutschland, ist zu erleben, wie prächtig Kohlrabi, Salat und Co. z.B. in alten Bäckerkisten und Reissäcken (mit denen es sich ganz einfach weiterziehen lässt) gedeihen – und wie wunderbar das Stadtgemüse dann auch noch schmeckt. Hier wird genau das gelebt, was Soziologen mittlerweile mit Spannung verfolgen. Denn aus ihrer Sicht sind urbane Gärten ein Versuchsfeld für die Städte der Zukunft. Sie geben Raum für Nahrung, sinnvolle Arbeit, Teilhabe, Kommunikation, Selbstbestimmung, Naturerleben und Gesundheit. Die erforderliche Neudefinition von Wohlstand findet hier einen Sinn. Zudem bietet ein solcher Garten die Chance auf bereicherndes interkulturelles Zusammenwirken. Die „Postwachstumsgesellschaft“ kann hier neue Wurzeln schlagen.

Letztendlich ist es immer der Genuss, der uns unvergessen bleibt. Und es gibt wirklich nichts Köstlicheres, als ein frisch geerntetes Gemüse oder frisch gepflücktes Obst, ganz gleich, wo das Stadtgewächs, das uns diese Ernte schenkt, Wurzeln schlagen durfte – ob im „Kiezgarten“, auf dem Balkon oder im Kübel vor dem Hauseingang. Guten Appetit!

 

Eva-Marie Ratius, MagMell

 

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Forum  Ausgabe 2013, 26

 

Am Anfang

war der

Bürgerwille

Von Monika Jungfleisch

 

Dass das Saarbrücker Altstadtfest 1975 von einem knappen Dutzend engagierter Bürger, aus der Taufe gehoben wurde – wer hätte das gedacht? Doch genau so war es.

„Am Anfang stand eine kleine Anzeige in der Saarbrücker Zeitung“, erinnert sich Jörn Wallacher, der zusammen mit Hildegard Redicker und Helmut Müller vom SPD-Ortsverein St. Johann einer der Gründungsväter des Saarbrücker Altstadtfestes ist. „Wer Interesse hätte, sich an der Organisation eines Festes in St. Johann zu beteiligen, solle in eine Gaststätte in der Mainzer Straße kommen. Die Anzeige weckte mein Interesse. Ich ging zu dem Treffen und schon nach kurzer Zeit redeten wir uns die Köpfe heiß, was wir als Bürger miteinander für unsere Stadt machen könnten. Schnell war klar, dass wir ein Fest feiern wollten, das den Bürgern die sanierungsbedürftige historische Kernstadt ins Bewusstsein rückt, und das zusätzlich der vielfältigen Kleinkunstszene eine Bühne gibt.

Gesagt, getan. Wir stellten dem Kulturamt der Stadt Saarbrücken unsere Pläne vor, erhielten ein aufmunterndes ‚Okay‘, machten etwas Werbung in der Bahnhofstraße und wurden dann regelrecht von der großen Resonanz überrollt.“  Aus dem ganzen Land strömten Besucher nach Saarbrücken. In allen Hinterhöfen rund um den Marktplatz traten Künstler auf. Patricia Kaas war dabei, ebenso Anne Karin, der Jazzer Fritz Maldener, die Saarbrücker Stadtkapelle, Gerd Dudenhöfer, Alice Hoffmann, karnevalistische Größen wie Walter Werner und Heinz Johann, um nur einige zu nennen.

„Als es zur Erö#nung des Festes regnete, wurde uns bewusst, dass wir ganz vergessen hatten, die Hauptbühne am St. Johanner Markt zu überdachen“, erinnert sich Walter Pitz vom Kulturamt, und sagt sofort: „Mann, waren wir damals mutig.“ Die Kosten des Festes sollten durch den Verkauf von Getränken erwirtschaftet werden. Das finanzielle Risiko trug anfangs noch die Bürgerinitiative. Drei, vier Jahre später übernahm dann die Stadt Saarbrücken die Kosten, die Planung oblag weiterhin der Bürgerinitiative, die sich ab dem zweiten Altstadtfest 1976 dann „Saarbrücker Bürgerforum“ nannte.

Doch zurück zum ersten Altstadtfest. Das Hauptmotto war ja die Sanierung der Altstadt. Diskutiert wurde auf einem Podium mitten auf dem St. Johanner Markt. Dietmar Kolling, Architekt und Sprecher der Initiative auf dem Podium, machte sich für eine Fußgängerzone am Marktplatz stark. Nach dem Ende der Podiumsdiskussion organisierte er mit Hilfe einiger Jusos in der Nähe der „Tante Maja“ eine Unterschriftensammlung für dieses städtebauliche Ziel. Als Ministerpräsident Franz Josef Röder vorbeikam, sprach er ihn sofort an. Röder zögerte keinen Augenblick und unterschrieb. Mit dieser Unterschrift nahm für die beteiligten Bürger ein städtebaulicher Traum Fahrt auf, wenige Monate später wurde ein offenes Planungsverfahren für eine Verkehrsberuhigung eingeleitet. Bürger durften mitentscheiden. Ein tolles Gefühl. Und ein greifbares städtebauliches Ergebnis des ersten Altstadtfestes.

Nach dem riesigen Erfolg waren die Gründungsväter und – mütter wie elektrisiert. „Wir hatten das Gefühl, dass uns die Politiker mit unseren Anliegen ernst nehmen“, erzählt Jörn Wallacher. Dietmar Kolling schlug die Gründung eines Vereins mit dem Namen „Saarbrücker Bürgerforum“ vor, der laut Satzung gesellschaftsoffen und parteiunabhängig agierte. Seine Hauptaufgabe sollte zunächst die jährliche Organisation des Altstadtfestes sein.

In den Folgejahren arbeiteten das Bürgerforum und das Kulturamt der Stadt Saarbrücken eng zusammen. Im Mittelpunkt aller Altstadtfeste, die das Bürgerforum bis 1988 federführend organisierte, standen Fragen zur Stadtentwicklung und zur Stadtplanung, zur Sozial-, Gesellschafts- und Friedenspolitik. Das Bürgerforum griff Themen auf, für die sich die Bürger der Stadt interessierten, in denen sie ein Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht beanspruchten. Soll die Alte Brücke über die Saar abgerissen werden, um die Saar von der Mosel bis zur Brebacher Hütte zu kanalisieren? Wollen wir dafür wirklich einen Großteil der Saaruferaue am Staden opfern? Soll der Mittelrisalit des Saarbrücker Schlosses wieder im Barockstil aufgebaut werden, oder wollen wir eine moderne Architektur und eine bürgernahe Sanierung? Wie wollen wir in unserer Stadt mit Alten, Kindern, ausländischen Mitbürgern umgehen? Wie wollen wir in Zukunft arbeiten und leben? Diese und andere brisante Themen stellte das Bürgerforum in den Mittelpunkt seiner Altstadtfeste. „Wir wollten nicht nur ein Bratwurstfest. Für uns war ‚feiern und politisch diskutieren` der Webfaden unserer Festplanung“, sagt Wallacher. „Sonntags gab es immer eine große Podiumsdiskussion auf dem St. Johanner Markt mit Beteiligung des Saarländischen Rundfunks. An Infoständen konnten sich die Besucher des Festes über unsere politischen und gesellschaftlichen Themen sachkundig machen und ihre Meinungen einbringen.

Um unser Anliegen deutlich zu machen, gingen wir mit unseren Festen auch in die jeweiligen Stadtteile. Als wir beispielsweise den Wiederaufbau des Saarbrücker Schlosses thematisierten, verlagerten wir einen Teil des Festes auf den Platz vor dem Schloss.“ Als Ergebnis dieser Veranstaltung kann sich das Bürgerforum auf seine Fahnen schreiben, nicht unerheblich daran mitgewirkt zu haben, dass statt einer Rekonstruktion im Stengel’schen Stil der namhafte Kölner Architekt Gottfried Böhm den Mittelrisalit des Schlosses gestaltete. Eine wegweisende städtebauliche Note.

Als das Bürgerforum auf die Sanierungsbedürftigkeit des Nauwieser Viertels hinwies, wurde in den kleinen Gässchen rund um „die Nauwies“ gefeiert. „Unser Thema war damals ‚Grau raus, grün rein‘. Hierfür hatten wir über 500 Birkenbäumchen vom Stadt-Forstamt organisiert, die wir an jedes Straßenschild, an jede Straßenecke, vor jede Kneipe, an jede Regenrinne banden. Plötzlich war die Nauwies eine grüne Oase. Viele Hausbesitzer, aber auch das Stadtplanungsamt, haben sich davon animieren lassen und anschließend Hausfassaden und Hinterhöfe sowie Straßenränder und öffentliche Plätze begrünt. Auch das war ein Erfolg unserer Fest-Kultur“.

Mit seiner Schwerpunktsetzung hat das Saarbrücker Bürgerforum Probleme aufgegriffen, die die Politik häufig erst später auf ihrer Agenda hatte. Zum großen Knall kam es 1988, als das Bürgerforum das Festthema „Neue Armut“ vorschlug. Der Kulturdezernent Rainer Silkenbeumer sträubte sich. „Armut passt nicht zum Feiern, sagte man uns“, erzählt Ulrike Donié, seit 1984 Vorsitzende des Saarbrücker Bürgerforums. „Statt auf die wachsende Armut in Stadt und Land aufmerksam zu machen, wollte die Stadt Saarbrücken lieber auf die deutsch-französische Freundschaft anstoßen. Für uns war damit ein politisches Grundanliegen ausgeblendet. Wir sagten: ‚Dann lassen wir das Fest ausfallen.‘ Die Stadtverwaltung entgegnete: ‚Das geht nicht. Von dem Fest hängt zu viel ab. Das Fest ist mittlerweile ein Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt‘. Daraufhin stiegen wir als Bürgerforum aus der Planung des Altstadtfestes aus.“ Das Kulturamt unter der Führung von Walter Pitz kümmerte sich fortan alleine um Programm und Gestaltung des Festes. Einzige Ausnahme: Das 25-jährige Jubiläum des Festes im Jahr 2000. Das Bürgerforum beteiligte sich an der Umsetzung des Themenschwerpunktes „Wasser“ mit Tischgesprächen, mit Themenständen und mit künstlerischen Beiträgen, wie beispielsweise „Aqua-Planing“, Kabarett mit Jürgen Albers, im Innenhof der Stadtgalerie. Wobei schon damals über die Privatisierung der Wasserrechte diskutiert wurde.

Die Zäsur im Jahr 1988 führte dazu, dass das Kulturamt den kulturellen Aspekt des Altstadtfestes stärkte. Neben den beiden großen Bühnen auf dem St. Johanner Markt und vor dem Staatstheater entwickelten sich die Innenhöfe rund um den Marktplatz, besonders jedoch der Innenhof der Stadtgalerie, zu Anziehungspunkten für Künstler. „Wir hatten immer mehr Anfragen von Künstlern als wir engagieren konnten“, erzählt Walter Pitz, der bis 2007 das Programm des Altstadtfestes plante. „Die Bürger waren damals fast ausgehungert nach Kleinkunst. Und offen für alles. Ich habe mal einen Anwohner des St. Johanner Marktes gefragt, ob sich eine Band in seiner Wohnung für ihren Auftritt umziehen könne. Er sagte spontan ja. Als dann eine 24-köpfige Tanzformation vor seiner Wohnungstür stand, schluckte er zwar, ließ die Tänzer aber rein.“

Dieses Gefühl des „Miteinander und Füreinander“ nahm im Laufe der Jahre ab. Vielleicht lag es auch an der zunehmenden, vom Bürgerforum immer bekämpften Kommerzialisierung des Festes. Die Brauereien und die Fleischwarenverkäufer prägten verstärkt die Wahrnehmung des Altstadtfestes, politische Anliegen traten in den Hintergrund. Beschwerden der Anwohner wegen des Lärms, der langen Sperrung des Marktplatzes für den Auf- und Abbau nahmen zu. 2007 trat Norbert Küntzer an die Stelle von Walter Pitz. Küntzer, von Haus aus selbst Rockmusiker und jahrelang zuständig für das Rockbüro der Stadt Saarbrücken, legte fortan den Schwerpunkt auf ein anspruchsvolles Kulturprogramm mit Blick auf ein jüngeres Publikum. „Mittlerweile kann ich sagen, dass viele deutschlandweit bekannte Bands das Saarbrücker Altstadtfest wieder ‚on the Map‘ haben. Uns ist es gelungen, so bekannte Showgrößen wie Stefanie Heinzmann, Karpatenhund, Polarkreis 18 oder Jan Josef Liefers & Band nach Saarbrücken zu locken. Das Altstadtfest soll zwar auch noch Inhalte vermitteln, aber die Besucher nicht überfordern“, sagt Küntzer. „Es soll ein Fest zum Genießen sein. Musik und Kultur draußen und umsonst – das ist unser Motto. Es soll dem Menschen Kultur näher bringen.“

Als einen wahren Ritterschlag empfand Küntzer die Zusage der Band „Knorkator“ vor einigen Jahren. „‚Wir spielen nicht auf Altstadtfesten‘, sagte man mir, als ich die Band anfragte. Zu diesem Zeitpunkt saß die Managerin gerade mit den Jungs von ‚The Boss Hoss‘ zusammen. Beide waren im Jahr davor auf dem Halberg Open-Air gewesen und waren abends übers Altstadtfest geschlendert. Sie sagten der Managerin: ‚Dort könnt ihr spielen‘, was letztendlich zur Zusage der Band führte. „Die Wahl von Knorkator, die immerhin schon auf dem Festival in Wacken gespielt hatten, war ein wahres Highlight der Altstadtfest- Geschichte“, meint Küntzer.

Auch die 39. Auflage des Saarbrücker Altstadtfestes wird sicherlich wieder viele Menschen nach Saarbrücken locken. Das Programm wird dabei einige Neuerungen enthalten, bei denen Alt und Jung auf ihre Kosten kommen werden.

 


Leben in der Stadt Nr.10.jpg


Bestellmöglichkeiten für die Broschüre
Ulrike Donié
Am Schönental 5
66113 Saarbrücken
Telefon 0681 - 47821
E - Mail: verein@saarbrueckerbuergerforum.de

SZ v. 25.01.13

 

Ruf nach Südumfahrung wird lauter

 

Zwei Bürgergruppen fordern Alternative zum Tunnel

 

Saarbrücken soll sich nicht länger auf die Planung eines Tunnels konzentrieren, sondern die Südumfahrung durchs Deutschmühlental planen, fordern zwei Initiativen. Die Stadt denkt offenbar nicht daran.

 

Von SZ-Redakteur

 

Martin Rolshausen

Saarbrücken. Wenn die Führungskräfte in der Stadtverwaltung und die Saarbrücker Kommunalpolitiker die Stadtmitte am Fluss attraktiver gestalten wollen, dann müssen sie sich von der Idee, die Stadtautobahn in einem Tunnel verschwinden zu lassen, verabschieden und stattdessen schnell mit der Planung einer Südumfahrung beginnen. Das hat das Saarbrücker Bürgerforum kurz vor Weihnachten gefordert. Ein Tunnel wäre schön, aber er sei weder finanzierbar noch in der Bevölkerung mehrheitsfähig, also dürfe man keine Zeit verlieren und müsse sich der Alternative widmen, argumentierte die Bürgergruppe, die sich seit über drei Jahrzehnten immer wieder in Sachen Stadtentwicklung engagiert.

Es folgte Schweigen. Lediglich die CDU-Stadtratsfraktion reagierte, bekundete ihre Sympathie für die Südumfahrung durchs Deutschmühlental, allerdings nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zum Tunnel. Von der rot-rot-grünen Stadtratsmehrheit keine Reaktion, von der Stadtverwaltung bisher auch nicht.

Nun hat eine zweite Bürgergruppe, die Initiative Südumfahrung (ISU), Politik und Verwaltung aufgefordert, sie solle die Zeit, für die die Tunnelentscheidung auf Eis gelegt ist (also bis 2015), „endlich für eine ernsthafte Prüfung der Alternative Südumgehung nutzen“. Der ISU gehören unter anderem der Diplom-Ingenieur Norbert Mendgen von der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft, der ehemalige Amtsleiter für Bauaufsicht, Planung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Regionalverband, Walter Delarber, und der Journalist und Buchautor Wilfried Voigt an.

Die ISU fordert die Stadt nun auf, das nicht mehr benötigte Messegelände nicht zu verkaufen, weil es für den Anschluss der Südumfahrung an die Autobahn gebraucht werde. Außerdem soll die Stadt „umgehend alle Planungsunterlagen zu dem Großprojekt Stadtmitte am Fluss zugänglich machen“. „Nur so wird Transparenz möglich“, sagt die ISU. Insbesondere die Verkehrszählungen interessieren die Initiative. Sie bezweifelt, dass die Messungen, wonach nur 20 Prozent des Verkehrs auf der Stadtautobahn Durchgangsverkehr sind, stimmen.

Die Zahlen seien „valide, sie wurden durch Verkehrszählungen und durch das Verkehrsmodell bestätigt“, teilte Stadtsprecher Robert Mertes gestern auf SZ-Anfrage mit. Was die Forderungen der ISU angehe, sagte er: „Grundsätzlich nehmen wir gerne Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung und von Initiativen auf, um sie zu prüfen und in unsere Planungen einfließen zu lassen.“ Man habe mit der ISU für nächste Woche einen Gesprächstermin vereinbart. „Wir werden das Gespräch nutzen, um die Initiative über die umfassenden Voruntersuchungen der Stadtverwaltung und des Landesbetriebs für Straßenwesen zu informieren“, sagt Mertes.

Und die Forderung von ISU und Bürgerforum, das Messegelände nicht anzutasten, um die Alternative Südumfahrung nicht zu verbauen? Dazu sagt die Stadt: „Über die Zukunft des Messegeländes am Schanzenberg ist noch keine Entscheidung gefallen.“


SZ vom 21.12.2012

Die Stadtmitte retten ohne Tunnel

Bürgerforum macht sich mit einer neuen Broschüre für eine Südumfahrung stark

Für den Tunnel gibt es keine Mehrheit in der Bevölkerung, glaubt das Saarbrücker Bürgerforum. Die Stadtmitte könne trotzdem attraktiver werden – mit einer Autobahn, die um die Stadt herumführt.

Von SZ-Redakteur

Martin Rolshausen

 

Saarbrücken. Das Saarbrücker Bürgerforum „schätzt Frau Wandel-Hoefer sehr“, sagt dessen Vorsitzende, Ulrike Donié. Es habe nie jemand Besseren an der Spitze des Baudezernats gegeben, als Rena Wandel-Hoefer, sagt Doniés Bürgerforum-Mitstreiter Dietmar Kolling. Gerade deshalb setze man darauf, dass die Baudezernentin sich vom Stadtautobahntunnel-Projekt verabschiede und neu nachdenkt – über eine Südumfahrung.

 

Die Südumfahrung soll die aus Frankreich kommende Autobahn von der Goldenen Bremm aus mit der der A 620 verbinden. Dazu müsste eine Autobahntrasse durchs Deutschmühlental gelegt werden, die am Messegelände auf die A 620 trifft. Über diese Autobahn könnte man den Verkehr leiten, der kein Ziel in der Innenstadt hat und die Stadtautobahn bisher nur als Durchfahrtstraße nutzt, argumentiert das Bürgerforum.

 

Die Stadtautobahn könnte dann zwischen Ost- und Westspange zum „Boulevard“ werden – also zu einer „normalen innerstädtischen Straße“. Dieses Verkehrsprojekt hat aus Sicht des Bürgerforums mehrere Vorteile: Für diese Autobahn sei alleine der Bund zuständig, die Frage der Finanzierung sei also nicht mehr Sache von Stadt und Land. Während der Tunnel den Verkehr nur zwischen Bismarck- und Luisenbrücke „verschwinden“ lassen würde, könne die Stadt mit Hilfe der Umfahrung auf der doppelten Länge entlastet werden.

 

Die Idee hat das Bürgerforum schon vor knapp zwei Jahren vorgetragen. Dass es die Idee nun mit Hilfe einer Broschüre intensiv bewerben will, habe vor allem einen Grund: Anders als beim ersten Vorstoß stehe nun das Messegelände, das nicht mehr genutzt werden soll, für die Autobahnanbindung zur Verfügung. Außerdem hat Diplom-Ingenieur Norbert Mendgen von der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) inzwischen ebenfalls dafür plädiert, eine Südumfahrung zu bauen.

 

Mendgen ist Mitglied der neuen Initiative „Südumgehung statt Tunnel“. Diese Initiative, der auch der ehemalige Amtsleiter für Bauaufsicht, Planung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Regionalverband, Walter Delarber, angehört, meldet sich „jetzt zu Wort, weil die Stadt kürzlich die Saarmesse erworben hat und dieses Gelände jetzt die einmalige Chance für unsere Alternative bietet“, heißt es auf deren Internetseite (http://suedumgehung-sb.de). Auch sei jetzt genug Zeit, die Alternative endlich ernsthaft zu diskutieren, weil die Tunnelentscheidung auf 2015 verschoben wurde.

 

Mit einer Südumgehung wäre Saarbrückens Verkehrsproblem allerdings nicht gelöst, warnt das Bürgerforum. Die Hälfte des Verkehrs, der zurzeit auf der Stadtautobahn fließt, sei kein Durchgangsverkehr. Immerhin noch fast 50 000 Autos müsse der „Boulevard“ dann verkraften. „Wir müssen nachdenken, wie wir in dieser Stadt leben, ohne uns zu vergiften und kaputtzumachen“, fordert Donié. Das bedeute: Der öffentliche Personennah- und der Radverkehr müssen weiter gestärkt, die Bedingungen für Fußgänger verbessert werden. So könne die Stadtmitte am Fluss attraktiv werden.

 

Die Broschüre gibt es für drei Euro plus Porto bei Ulrike Donié, Tel. (06 81) 4 78 21.

 

Meinung

 

Nachdenken lohnt sich

 

Von SZ-Redakteur

 

Martin Rolshausen

 

Bevor jetzt die Köpfe geschüttelt werden über die Idee mit der Südumfahrung und den Versuch des Bürgerforums, mit Hilfe einer Broschüre für sie zu werben: Diese Bürgergruppe hat schon einige Male bewiesen, dass sie mit ihren Ideen richtigliegt. Das Bürgerforum hat nicht nur das Altstadtfest initiiert, es hat einst die Umwandlung des St. Johanner Markts in eine Fußgängerzone vorangebracht und geholfen, den Abriss der Alten Brücke zu verhindern. Auch was die Verkehrspolitik angeht, hat das Bürgerforum vorausgedacht: 1986 hat es in einer Broschüre für eine Straßenbahn für Saarbrücken geworben. Erst wurden die Bürger von der Politik belächelt, gut zehn Jahre später fuhr dann die Saarbahn.

 

Auch wenn die Politik noch rumeiert: Der Tunnel ist tot. Die Südumfahrung könnte eine Alternative dazu sein. Diese Alternative zu prüfen, zu schauen, wo die Trasse verlaufen könnte, ist nicht Aufgabe des Bürgerforums. Darum müssen sich nun die Experten und die Politiker kümmern
 

 

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SZ vom 15.12.12.

Wenn Millionen nicht schnell genug ausgegeben werden

Stadtmitte am Fluss: Warum Saarbrücken in großer Eile einen neuen Antrag an die EU stellen muss

Von SZ-Redakteurin

Ilka Desgranges

Juni 2010 im Festsaal des Saarbrücker Rathauses: Die Risse im Gemäuer, die aus Sicherheitsgründen künftig heiße Fastnachtstänze im altehrwürdigen Haus unmöglich machen, hat noch niemand entdeckt. Ministerpräsident Peter Müller (CDU) steht auf sicherem Boden, als er verkündet: „Die Zukunft Saarbrückens kann nicht davon abhängen, ob ein paar Hundert Meter Autobahntunnel gebaut werden.“ Im Klartext sagt er: Saarbrücken braucht den Autobahntunnel nicht zwingend. Damit stellt er ganz beiläufig das Kernstück des Großprojektes „Stadtmitte am Fluss“ infrage. Nun ist es für den Ministerpräsidenten eines hoch verschuldeten Landes ja nicht einfach, 51 Kommunen zu erläutern, warum die 52. sehr viel Geld vom Land bekommen soll. Selbst wenn die 52. Kommune die Landeshauptstadt ist.

Müllers Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) steht zwei Jahre später am selben Rednerpult im Saarbrücker Rathaussaal. Die Jamaika-Koalition ist inzwischen mit einem Knall auseinander gebrochen, eine große Koalition hat die Regierung übernommen. Sie wolle, sagt die Ministerpräsidentin, eine Politik machen, die das gesamte Land in den Blick nehme. Und meint wohl: Absoluten Vorrang für Saarbrücken wird es nicht geben. Außerdem muss das Land sparen.

Wenn vom Saarbrücker Großprojekt Stadtmitte am Fluss die Rede ist, geht es meist um ein 1,7 Kilometer langes Stück Autobahn, das in einen Tunnel verlegt werden soll. Dabei ist Stadtmitte am Fluss nie ein reines Verkehrsprojekt gewesen. Neue Flächen am Flussufer sollen geschaffen, Brücken erneuert, Fußgängerbrücken gebaut werden. Allerdings: Der Tunnel für die Autobahn ist schon über Jahre Streitpunkt Nummer eins. Zum einen wegen der Kosten, zum anderen wegen der mehrjährigen Bauzeit.

Begonnen hat das Ringen um Stadtmitte am Fluss vor fast zehn Jahren. Im Juni 2003 spricht die renommierte Architektin Rena Wandel-Hoefer, damals Vorsitzende des Saarbrücker Städtebaubeirates, davon, „mit neu gestalteten Saarufern den Bürgern die verlorene Stadtmitte zurückzugeben“. Vier Jahre später wird sie, die Parteilose, auf Vorschlag der CDU vom Saarbrücker Stadtrat mit den Stimmen aller Fraktionen zur Baudezernentin gewählt. Sie übernimmt ein Projekt, dessen Größe ihr Vorgänger Dieter Ehrmanntraut (CDU) überschätzt hatte. Seine lässige Rechnung: Man könne 2009 mit dem Bau beginnen und sei 2012 fertig. Im Februar 2004 entscheidet sich der Rat ebenfalls einstimmig für Stadtmitte am Fluss, geschätzte Kosten: 100 bis 110 Millionen Euro.

Zwei Monate später ist von 150 Millionen Euro die Rede, Saarbrücker Kommunalpolitiker hoffen, dass den größten Teil die EU zahlen wird. Die erkennt Stadtmitte am Fluss zwar als Großprojekt an und fördert es mit rund 50 Millionen. Für den Autobahntunnel gibt es jedoch kein EU-Fördergeld. 64 Millionen sind aus dem Bundesverkehrsministerium zugesagt. Die geschätzten Kosten für das Gesamtprojekt liegen inzwischen bei rund 370 Millionen, 170 Millionen Euro für den Tunnel. Dazu sagt die FDP fortan konsequent Nein.

Es ist sehr viel Geld, möglicherweise zu viel Geld für die klamme Landeshauptstadt und das klamme Land. Dennoch haben beide 2011 eine Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet. Der Tunnel ist immer noch im Plan enthalten, er ist das Kernstück des Ganzen, allerdings mit viel Wenn und Aber. Das Wenn ist die Finanzierbarkeit. Ein Aber könnten die Bewohner Saarbrückens einbringen, denn Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) möchte vor einer endgültigen Entscheidung eine Bürgerbefragung. Die Tunnelplanung läuft weiter. Die Entscheidung über den Bau wird zunächst auf 2013, dann auf 2015 verschoben.

Damit kehrt Ruhe ein. Keine Generaldebatte mehr über die Sinnhaftigkeit des Tunnels. Es geht an anderer Stelle voran. Die Erneuerung der Berliner Promenade ist ein Teilstück des großen Projektes. Hier wird nach und nach sichtbar, wie schön es am Saarufer sein kann. Zeitlich ist der Umbau der Promenade in Verzug, aber er ist finanziert. Von den 26 Millionen, die er kostet, kommen 13 Millionen von der Europäischen Union. Die restlichen EU-Millionen aus der bis 2013 dauernden Förderperiode will die Stadt in die Sanierung der Alten Brücke, der Luisenbrücke und in den Lärmschutz für den Staden stecken. Das sind ebenfalls Teile des Großprojektes. Nur: Das Geld kann bis 2013 unmöglich verbaut werden. Deshalb muss die Stadt nun unter großem Zeitdruck mal wieder einen Antrag an die EU stellen. Abgabetermin: Frühjahr 2013. Nur mit einem solchen Änderungsantrag ist zu erreichen, dass das für die laufende Förderperiode bewilligte, aber noch nicht ausgegebene Geld in die nächste übertragen werden kann.

Immerhin scheint die Stimmung zwischen Stadt und Land derzeit recht gut. Britz setzt auf die Unterstützung von Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD), in dessen Ministerium ein Teil der Zuständigkeit für das Projekt liegt. Am Änderungsantrag wird sich weisen, wie gut Stadt und Land zusammenarbeiten. Und vor allem, wie schnell.

Auf einen Blick

EU-Fördervolumen für die aktuelle Periode (bis 2013 plus zwei Jahre, also bis 2015): 23 Millionen Euro.

Geplante Projekte:

- Berliner Promenade

- Eisenbahnstraße mit Anschlüssen Gutenbergstraße/Hohenzollernstraße; Förderung wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

- Osthafen

- Grünes Ufer am Finanzamt

EU-Fördervolumen für die kommende Periode (2014 bis 2020 plus zwei Jahre; also bis 2022): 27 Millionen Euro. Projekte:

- Lärmschutz am Staden

- Luisenbrücke

- Neuaufnahme: Planungen Umfeld Kongresshalle (unter anderem Kreisel Westspange, Faktoreistraße, Kohlwaagstraße)

- In Abhängigkeit von Verkehrsuntersuchungen weitere Projektbausteine red

Meinung

SZ v. 15.12.12

Auf Schrumpfkurs

Das Großprojekt „Stadtmitte am Fluss“ steckt in einer heiklen Phase

Von Ilka Desgranges

Das Großprojekt „Stadtmitte am Fluss“ hat zwei Oberbürgermeister-Wahlkämpfe in der Landeshauptstadt und zwei Regierungswechsel im Land überstanden, aber möglicherweise nicht überlebt. Zumindest nicht vollständig. Nach fast zehn Jahre währender Planung und Diskussion ist lediglich die neue Berliner Promenade sichtbar. Mag sein, dass die nun Lust auf mehr macht. Doch viel mehr ist möglicherweise nicht drin, wenn Stadt und Land nicht schnellstmöglich einen Änderungsantrag an die Europäische Union (EU) stellen.

Das Großprojekt „Stadtmitte am Fluss“ hat zwei Oberbürgermeister-Wahlkämpfe in der Landeshauptstadt und zwei Regierungswechsel im Land überstanden, aber möglicherweise nicht überlebt. Zumindest nicht vollständig. Nach fast zehn Jahre währender Planung und Diskussion ist lediglich die neue Berliner Promenade sichtbar. Mag sein, dass die nun Lust auf mehr macht. Doch viel mehr ist möglicherweise nicht drin, wenn Stadt und Land nicht schnellstmöglich einen Änderungsantrag an die Europäische Union (EU) stellen.

Die EU handelt innerhalb von Förderperioden. Die knapp 50 Millionen Euro, die aus Brüsseler Töpfen für „Stadtmitte am Fluss“ fließen sollen, sind auf zwei solche Perioden verteilt. Die erste hat 2007 begonnen und endet im kommenden Jahr. Bis dahin können die bereits genehmigten 23 Millionen Euro aber in keinem Fall vollständig verbaut werden. Deshalb darf Saarbrücken Geld aus der ersten in die zweite Förderperiode übertragen. Das ist im Grunde Tagesgeschäft bei solch großen Projekten – es könnte allerdings zum Problem werden, wenn der Änderungsantrag nicht rechtzeitig gestellt wird. Wohlgemerkt, es geht nicht um den bei vielen Bürgern unbeliebten teuren Tunnel. Für den gibt die EU kein Geld. Fakt ist vielmehr: Wenn der Änderungsantrag nicht pünktlich fertig wird, stehen Vorhaben wie die Sanierung der Alten Brücke und die der Luisenbrücke in Frage. Die Zeit drängt sehr.

Großprojekte sind eine knifflige Sache, für die es einen langen Atem braucht. Ginge dem Projekt jetzt die Puste aus, es wäre eine Blamage für Stadt und Land. Großprojekte brauchen außerdem klare Zuständigkeiten. Fachlich ist das Projekt in guten Händen; Saarbrücken hat eine fähige Baudezernentin. Beim Land liegt die Zuständigkeit für „Stadtmitte“ derzeit unter anderem im Wirtschaftsministerium. Das müsste die Kommunikation zwischen Stadt und Land erleichtern, denn damit stimmen – seit der großen Koalition – die Parteifarben überein.

Generell ist das Projekt der Landeshauptstadt landesweit nicht sonderlich populär. Alle Kommunen wollen Geld aus dem Landeshaushalt. Ein klares Votum „Saarbrücken geht vor“ gab es nie. Und es fehlt an Öffentlichkeitsarbeit, die deutlich machen würde, welche Bedeutung das Projekt für das ganze Land hat. So war es ein Befreiungsschlag, die Entscheidung über den Tunnel zu verschieben. Dass sich Stadt und Land den Bau in einigen Jahren eher leisten können als heute, daran dürfte allerdings niemand ernsthaft glauben. Das Großprojekt „Stadtmitte am Fluss“ ist also höchstwahrscheinlich schon zum Projekt mittlerer Größe geschrumpft. Dass nun aus Zeitnot weitere Teile gefährdet sein könnten, zeigt deutlich, woran es fehlt: an Entschlossenheit.

 


 

 

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Beziehungskiste

Ich und meine Stadt

- Wünsche, Kritik, Lob -

Die folgenden Gedanken wurden von Saarbrücker Bürgerinnen und Bürgern während des Seniorentags am 5. September 2012 am Stand des Saarbrücker Bürgerforums aufgeschrieben und in unsere "Beziehungskiste" eingeworfen. Die Karten wurden wörtlich abgeschrieben, Namen weggelassen.

* Ich liebe meine Stadt Saarbrücken.

* Der Landwehrplatz ist eine vertane Chance, einen grünen Bäume-einladenden Ort mitten in der Stadt zu schaffen. Jetzt: außer der Basketball-Möglichkeit ein seelenloser Platz! Schade!

* Ich liebe meine Stadt.

* Ich wünsche mir, dass die schwarzen Buden (Tatoo-Studio etc.) am Ludwigskreisel verschwinden. Sie verschandeln den wichtigen Verkehrsknotenpunkt total.

* Warum tröpfelt der Brunnen am Ludwigskreisel nur im August?

* Saarbrücken ist einfach toll, [Name] zugezogen, Fremdling aus Kirn.

* Liebe Stadt Saarbrücken, vielen Dank für die schöne neue Treppe an der Berliner Promenade – wenn du jetzt noch den Verkehr gegenüber verschwinden lassen kannst, wäre das ganz toll!

* positiv: Die Entdeckung der Lage am Fluss und die bisherige Umsetzung, Flächen (nicht kommerziell) für alle sozialen Gruppen.

* Fahrradwege

* Ich hätte gerne weniger Autos in der Stadt; dafür mehr Radwege. Und einen besseren Personennahverkehr.

* Folsterhöhe: Die 13-geschossigen Wohnblocks müssten dringend renoviert werden. Die Bauten müssten runter gebaut werden, und am besten wäre es, wenn Seniorenwohnungen entstehen würden. Dies würde auch den Ruf der Folsterhöhe verbessern.

* Stadt am Fluss sollte eher Beton am Fluss heißen. Dieser Umbau ist nutzlos, unzweckmäßig und kostspielig.

* Frau [Name] und ich, Frau [Name], sind der Meinung, dass es sehr schwierig ist, in der Stadt eine Behindertentoilette zu finden.

* Es fehlen öffentliche Toiletten im Stadtgebiet.

* Ich mag die Atmosphäre von der Stadt und dass es viele grüne Flächen gibt. Es wäre schön, wenn man den Platz am Bahnhof schöner gestalten würde, das ist in Saarbrücken nicht so repräsentativ. Was noch in Saarbrücken fehlt, ist der Fahrradweg, ist zwar besser geworden, aber als Fahrradfahrer kommt man nicht überall gut durch. Danke.

* Mir würde es gefallen, wenn die neue Saarpromenade begrünt würde, auch mit Blumenkübeln geschmückt.

* Außerdem bin ich an Fahrradwegen interessiert.

* Ich bin, wie sehr viele, über die Gestaltung der Stadt am Fluss empört. In der Planung habe ich dieses Projekt begrüßt.

* Aber dieser viele Beton, der da vorherrscht, ist erschütternd.

* Bringen Sie doch mehr Grün in unsere Stadt.

* Q-Park finde ich unverschämt teuer: braucht man das?

* Franzenbrunnen: Kaltluftentstehungsgebiet erhalten!

* Als Bürger dieser Stadt ärgere ich mich immer mehr über folgende "Verschandelungen": - invasionsartige Zunahme von „Spielcasinos" in allen Stadtteilen (z.B. gibt es drei Casinos fast nebeneinander in der Eisenbahnstraße!) - Installation hässlicher Videoleinwände an Verkehrsknotenpunkten, durch die ich mich sehr belästigt fühle. Leider laufen diese Werbevideos auch samstags und sonntags! - Werbung an allen Bussen und Saarbahnen, die sogar zu einem großen Teil die Fenster bedeckt!! (Als Fahrgast sieht man kaum nach draußen.) Fazit: Die Stadt Saarbrücken wird dadurch immer mehr zu einer "Werbe- und Spielerstadt" und dadurch immer hässlicher, kein schönes Lebensgefühl.

* Die Blumenampeln in Saarbrücken gefallen mir sehr gut.



 Umgestaltung des Beethovenplatzes
Städtebauliche Ziele

Als Forum engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich ¬seit längerem Gedanken um den Beethovenplatz machen, geben wir folgende Anregungen:

1. Gestaltungsziele:
- ökologischer Ausgleich zur umgebenden Bebauung
- sozialer Raum mit kommunikativer Funktion für Alt und Jung    
- Nutzungsoffenheit (Kinderspiel, Ruhezone, Naturgenuss,…)


2. Einbeziehung der lokalen Stadtgeschichte:
- Synagoge
- ehemaliges jüdisches Geschäfts¬viertel


3. Städtebauliches Beziehungsgeflecht:
- Verbesserung der fußläufigen Anbindung des mit öffentlichen Freiflächen mangelhaft ausgestatteten Nauwieser Viertels z.B. über die Achse Beethovenplatz – Blumenstraße
- Verknüpfungsfunktion von City (Bahnhofstraße) und Cityrandlage (Kaiserstraße, Mühlenviertel)


4. Verkehrsanforderungen:
- In den Randzonen bewirtschaftete Kurzzeitparkplätze und / oder Anwohnerparkplätze in genügender Zahl (s. Pläne von 2002)
- Möglicherweise Tiefgarage


 

 

 


Aufruf

Die Erweiterung der Modernen Galerie des Saarlandes um eine Galerie der Gegenwart ist durch Kostensteigerungen und Management der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz ins Gerede gekommen. Die frühzeitig vorgebrachten, warnenden Bedenken zu Bauprogramm und Baumasse werden durch den weitgehend fertiggestellten Rohbau bestätigt und waren nicht nur  für die städtebauliche Situation mehr als berechtigt. Das Denkmal Moderne Galerie von Hanns Schönecker scheint schwer verletzt. Architekten, Ingenieure und Freunde der Baukunst des Saarlandes sorgen sich um die Zukunft der Modernen Galerie, zugleich aber auch um den Ruf und das Ansehen ihrer gestaltenden Berufsstände und um das Bild saarländischer Baukultur.
Die Unterzeichner regen an:

I.        Den Baustopp zur Galerie der Gegenwart und ihrer Verbindungen zur und in der Modernen Galerie zu nutzen, um die Vorwürfe zu Kostenexplosion und Ausmaßdes bisherigen Missmanagements von unabhängigen Sachverständigen zu untersuchen und der Öffentlichkeit vorzutragen, und um über neue und alte Forderungen zu Art und Umfang der Nutzung sowie einen eventuellen Umbau der Galerie nachzudenken.

II. Vor dem Neustart aller Bautätigkeiten klare Strukturen und transparente Vorgehensweisen festzulegen und die Ziele und Qualitäten des Museumsneubaus und seiner städtebaulichen Einbindung erneut zu bestimmen.

III. In regelmäßigen Abständen in der Baustelle Führungen und Informationen anzubieten, um interessierten Bürgern die Möglichkeit zur Mitsprache aus eigener Anschauung zu eröffnen.

Die Unterzeichner bieten an:

Zu Podiumsdiskussionen einzuladen, in denen über die Gesamtanlage Moderne Galerie umfassend informiert werden kann.

Die Unterzeichner sind: Die Stiftung Baukultur Saar, der Bund Deutscher Architekten, Landesverband Saarland BDA, der Deutsche Werkbund Saarland e.V. DWB, der Landesdenkmalrat Saarland, der Städtebaubeirat in der Landeshauptstadt Saarbrücken, das Saarbrücker Bürgerforum e.V.

Aufruf „Moderne Galerie“

Oktober 2011

 

 

 
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